Onnlain von Peter Eckert

Als Mundarttext des Monats wird das Gedicht Onnlain des saarländischen Mundartautors Peter Eckert prämiert. Darauf hat sich auf ihrer letzten Tagung das Kolloquium der ‘bosener gruppe’ verständigt.

Wie eine Sprecherin der Gruppe, die saarländische Schriftstellerin Karin Klee, mitteilte, habe man diesen Text von Eckert ausgewählt, um den besonderen Wert der Mundartsprache in der knapp pointierten Aussage eines literarischen Textes zu verdeutlichen. Peter Eckert stammt aus Saarbrücken-Burbach und wohnt heute in Wadgassen-Differten. Er hatte bereits mit seinen Texten in den vergangenen Jahren mehrere bedeutende Mundartpreise erzielt, u.a. wurde ihm der Bockenheimer Mundartdichterpreis zuerkannt und er war bei der »Völklinger Pladd« erfolgreich.

Onnlain

Misch brauchschd du
nidd aanseschalde,
weil isch känn
Kombjuder bin.

Das Brogramm,
wo isch váwalde,
heischd wie du,
nur du schdehschd drin.

Unn was isch
ach immer dreiwe,
mid dir will’isch
onnlain bleiwe.

Georg Fox, Mitglied der ‘bosener gruppe’, zu dem Text von Peter Eckert:

Der Text »Onnlain« ist ein gutes Beispiel für die Verbindung von Mundartsprache und literarischer Gestaltung. Der Computer wird als technisches Gerät ganz bewusst abgegrenzt von einer menschlichen Beziehung. Eckert nutzt lediglich die moderne Form der Vernetzung, um seine personale Beziehung zu seiner Partnerin zu erläutern. Heute ist man »online«, wenn man im Internet »drin ist«. Eckert nutzt dieses neue Wort, um es auf die reale Partnerbeziehung zu beziehen. Während man aber den Computer immer einmal wieder abschaltet, also demnach »offline« geht, möchte Peter Eckert die menschliche Verbindung nie verlieren. Er möchte immer »onnlain« bleiben. Eine schönere Liebeserklärung kann es eigentlich nicht geben.

»Onnlain« ist in der Vielfalt Eckertscher Klangfarben in Mundart ein für ihn typisches Werk. Seine Texte sind meist knapp und mundartlich modern geschrieben und gerade deshalb so bedeutungsvoll. Hier wird vorgeführt: Mundart ist nicht »nur« beschränkt auf Chiffren wie »Volkssprache« oder »Verständigungsmittel unter Freunden«, sondern sie besitzt durchaus eine literarische Sprachebene. Mundart – das beweist Peter Eckert – hat eine literarisch-künstlerische Gestaltungskraft, womit der Schriftsteller zu einem guten Botschafter für die hohe Wertigkeit einer saarländischen Regionalsprache wird.