Duu mischd von Dr. Edith Braun

Als Mundarttext des Monats Februar 2010 wird das Gedicht Duu mischd der saarländischen Mundartautorin Dr. Edith Braun prämiert. Darauf hat sich auf ihrer Tagung das Kolloquium der ‘bosener gruppe’ verständigt.

Wie die saarländische Schriftstellerin Karin Klee mitteilte, habe man dieses Gedicht von Edith Braun ausgewählt, weil hierin ein eigentlich alltäglichen Inhalt mit Humor »glòòr« karikiert wird und diese Form von Sprachspiel und Witz die Schönheit der Regionalsprache ganz besonders hervorhebt.

Duu mischd

Duu mischd
Nää, isch misch nidd!
De mischd awwer mische!
De mischd schneller mische!
Mischd!!
De mischd schunn gemischd hann!
De mischd besser mische!
Duu muschd misch mische lehre!
Hasch duu die Mischdkaarde dòò gemischd?
Sooe Mischd!
Jedds misch isch!

Georg Fox, Mitglied der ‘bosener gruppe’, zu dem prämierten Text:

Dieser Text stellt natürlich eine Form der Sprach-Karikatur mit einem starken Hang zum sogenannten »höheren Blödsinn« dar. Er amüsiert mich wegen seiner Wortspielerei. In einer feinen Ironie nimmt er die Aufforderung zum Kartenmischen beim Skatspiel auf die Schippe und zeigt in einer übertriebenen Sprachspielerei die humoristische Variante der Mundart. Entnommen wurde der Text dem Mundartbuch »Saarbrücker Lektionen«, in welchem Dr. Edith Braun die Eigenheiten unserer Mundart durchaus plausibel und leicht verständlich erklärt. Edith Braun hat über die Homonyme in der Mundart promoviert und zeigt in diesem Text die sprachlichen Möglichkeiten eines gleichlautenden, jedoch mehrdeutigen Wortes auf.

Der Text beweist auch, wie Mundart ganz einfach und schnörkellos für Humor und Witz als literarischem Gestaltungsmittel benutzt werden kann und damit eine unvergleichliche Sprachklang entfaltet.