Heimad von Peter Eckert

Mit der Auszeichnung Mundarttext des Monats wird im Oktober 2010 das Gedicht Heimad des saarländischen Autors Peter Eckert ausgezeichnet. Darauf hat sich das Kolloquium der ‘bosener gruppe’ auf seiner Herbsttagung in der Theleyer Johann-Adams-Mühle verständigt.

Dieser Text wurde ausgewählt, weil er sich kurz und prägnant mit dem gerade in der Mundartliteratur viel bemühten Begriff der Heimat befasst, dabei jedoch eine wohltuend andere Sicht auf das Thema ermöglicht.

Heimad

Heimad is
villeischd dòò,
wo die Leid
e bisje so
ähnlisch sinn
wie isch.
Awwer
zum Gligg
nidd
genauso.

Über den ausgezeichneten Text schreibt die Waderner Schriftstellerin Karin Klee:

Wer sich mit der Mundart beschäftigt, kommt an diesem Thema nicht vorbei, ist doch diese Sprache, das Platt selbst, ein gutes Stück davon: Heimat. Peter Eckert, der auch als Sprecher der ‘bosener gruppe’ immer die richtigen Worte findet, hat diesen Text fernab seiner rheinfränkischen Herkunftsorte (Niederbexbach und Saarbrücken) in Bosen geschrieben. Aus dieser Distanz heraus wirft er einen ironisch selbstkritischen Blick darauf, was Heimat bestenfalls bedeuten kann, nämlich dass einer, der im Wohlgefühl des Wiedererkennens und Sichgeborgenfühlens aufgeht, es trotzdem schafft, dabei an die eigenen Fehlerquellen zu denken.