Schee Wädda von Hildegard Driesch

Der Mundarttext des Monats Februar 2011 ist das Gedicht Schee Wädda der Mundartautorin Hildegard Driesch aus Dillingen-Pachten, die moselfränkisches »Pähter Platt« spricht und schreibt, darauf hat sich das Kolloquium der ‘bosener gruppe’ auf seiner letzten Tagung verständigt.

Wie eine Sprecherin der Gruppe, die saarländische Schriftstellerin Karin Klee, mitteilte, habe man sich für dieses Gedicht entschieden, weil es ganz unspektalulär auftritt und dennoch sehr treffend die Situation der nach Bosen eingeladenen Künstler zum Ausdruck bringt.

Schee Wädda

Dreps dreps
et reend am Bostalsee
dreps dreps dreps
wail reend et noch vill meh
kwitsch kwatsch
durch et Grass
on de Fesch em See genn nass
dreps dreps
de Naas drepst aach
dreps dreps dreps
von freih bis schbääd e Rejendaach
duschda Wolgen schwer
droh’n vom Westen her
plipp plopp
draussen an da Maua
plitsch platsch platsch
awailen kemmd der fochzehnd Schaua
en Daach am Bostalsee em Reen mir gehd et gudd – aich fennen’d scheen

Über den ausgezeichneten Text schreibt die in Überherrn wohnende Autorin Ursula Kerber:

Vordergründig erinnert der Text lautmalerisch mit »dreps-dreps-plipp-plopp-kwitsch-kwatsch-plitsch-platsch« an vergnügliche Regenlieder in Kindertagen, mit Witz und Ironie on de Fesch em See genn nass.

Gute Laune, die Feststellung »Schee Wädda« gar für »e Rejendaach von freih bis schbääd«, das wäre schon nicht wenig.

Hildegard Driesch ist mit diesem Gedicht aber weitaus mehr gelungen: eine Hommage an den Entstehungsort »am Bostalsee«, hier anlässlich des 6. Mundartsymposions 1998 in der Bosener Mühle (veröffentlicht in »Bosener Bilder« pvs-Edition).

»Mir gehd et gudd – aich fennen’d scheen« schreibt die Autorin und spricht damit stellvertretend für die Erfahrung aller MühlendichterInnen aus verschiedenen Mundart-Sprachlandschaften, die dort in vielen Jahren wichtige Impulse erhalten haben.

»Schee Wädda« – for us Spròòch.